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Bundesweites Vorzeigemodell für Prävention und Gesundheitsförderung

Landratsamt zieht Zwischenbilanz zum Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO). Am 1. November 2014 erfolgte der Startschuss für das Präventionsnetzwerk Ortenaukreis (PNO). Zusammen mit dem Zentrum für Kinder- und Jugendforschung (ZfKJ) an der Evangelischen Hochschule Freiburg hatte der Ortenaukreis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Zuschlag zur Durchführung dieses innovativen Präventionsprojekts erhalten. Ziel des über für vier Jahre geförderten Praxisforschungsprojekts ist die Förderung der körperlichen und seelischen Gesundheit sowie der sozialen Teilhabe von Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren im gesamten Ortenaukreis. Zudem sollen mit dem Netzwerk die Möglichkeiten zur Prävention insbesondere über Kindertagesstätten und Schulen gestärkt und besser vernetzt und so möglichst viele Kinder und Familien erreicht werden.

„Mit unseren viel beachteten Frühen Hilfen und dem PNO hat der Ortenaukreis jetzt eine kommunale Präventionskette von der Schwangerschaft bis zum 10. Lebensjahr etabliert. Diese Strategie setzt genau zu den Lebenszeiträumen an, in denen sich Gesundheit und Sozialverhalten grundlegend entwickeln und gleichzeitig die größten Risiken für dauerhafte Fehlentwicklungen bestehen. In einem Zeitraum also, in dem sich Investitionen in Prävention langfristig auszahlen. So unterstützen wir seelische, körperliche und soziale Entwicklungen bei Kindern frühzeitig und nachhaltig. Wir sind sehr stolz, mit dem PNO erneut ein bundesweites Vorzeigemodell entwickelt zu haben“, sagte Landrat Frank Scherer in der gestrigen Sitzung des Jugendhilfeausschuss des Ortenaukreises.

Ullrich Böttinger, Leiter des Amts für Soziale und Psychologische Dienste am Landratsamt und Leiter des PNO zog eine sehr positive Zwischenbilanz. „Das PNO sollte modellhaft neue Wege der Prävention entwickeln und umsetzen. Und wir gehen tatsächlich  neue und sehr erfolgreiche wie wir bereits auf halber Strecke feststellen können. Mit dem Präventionsnetzwerk konnten wir neue Strukturen und Angebote der Gesundheitsförderung und –entwicklung in der gesamten Fläche des Ortenaukreises auf- und ausbauen. Und vor allem kommt etwas bei den Kindern und Familien im Ortenaukreis an“ so Böttinger.  

Genau dort, wo die Kinder täglich anwesend sind – in den Schulen und  Kindertageseinrichtungen – setzt die Arbeit des PNO an. Die Verknüpfung dieses so genannten „Setting-Ansatzes“ mit einer kommunalen Gesamtpräventionsstrategie, stelle ein wesentliches konzeptionelles Alleinstellungsmerkmal des Präventionsnetzwerkes dar, hob Professor Klaus Fröhlich-Gildhoff vom Zentrum für Kinder- und Jugendforschung der Evangelischen Hochschule Freiburg hervor, das sämtliche PNO-Prozesse wissenschaftlich begleitet und evaluiert. „Diese Verbindung hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, denn so kann zeitnah auf die vor Ort in den Städten, Gemeinden, Schulen, Kitas und Familien vorhandenen Bedarfe reagiert und ein passgenaues Angebot zur Unterstützung eingesetzt werden. Damit kann das gesunde Aufwachsen der 3- bis 10-jährigen Kinder und ihrer Familien gefördert werden“, so Fröhlich-Gildhoff. 

Das PNO wurde in den vergangen Monaten in hohem Maße in Anspruch genommen, informierte Ullrich Böttinger. Zu allen Kindertageseinrichtungen und Schulen für Kinder im Alter bis zu zehn Jahren bestünden Kontakte durch die fünf regionalen Präventionsbeauftragten. Mehr als ein Drittel aller Ortenauer Bildungseinrichtungen hätten sich bereits aktiv an einem PNO-Angebot beteiligt. „12 Einrichtungen haben langfristige Entwicklungsprozesse bereits abgeschlossen und wurden zertifiziert. Über 100 Kitas und mehr als 30 Schulen im Kreis haben bereits PNO-Angebote angenommen, besonders gefragt dabei sind die Themen der seelischen Gesundheit“, berichtete Böttinger. „Aufgrund der Zuwanderungssituation wurde kurzfristig das Modul „Stärkung von Kita -Teams in der Begegnung mit Kindern und Familien mit Fluchterfahrung“ entwickelt. Das zugehörige Informationsmaterial wurde vom Kultusministerium als beispielhaft gelobt und an alle Kindertageseinrichtungen in Baden-Württemberg verschickt“, so der PNO-Leiter.  

Seit März 2017 werde das zusätzliches Präventionsthema „Gesund groß werden im digitalen Zeitalter - ECHT DABEI“ in der Ortenau angeboten. „Damit wird das immer stärker in den Vordergrund tretende Thema der möglichen gesundheitlichen Risiken bei der Nutzung von Bildschirmmedien wie Smartphones in immer früheren Altersbereichen aufgegriffen“, erklärte Böttinger.  

In der verbleibenden Projektlaufzeit sollen die Unterstützung von Einrichtungen in sozial und gesundheitlich belasteten Stadtteilen und die bereits gut angelaufene Einbindung von Eltern nochmals verstärkt werden. „Gleichzeitig richtet sich aufgrund der erfolgreichen Entwicklung der Blick auch schon über das Projektende im Oktober 2018 hinaus. Das PNO liegt genau in der Zielrichtung des seit 2015 geltenden Präventionsgesetzes, nach dem Krankenkassen und Kommunen verstärkt in diesem Bereich zusammenarbeiten sollen“, schloss Böttinger.  

Das BMBF fördert das PNO mit knapp drei Millionen Euro über vier Jahre bis Ende 2018, der Ortenaukreis bezuschusst in diesem Zeitraum mit jährlich 110.000 Euro.  

Um das Präventionsnetzwerk auch darüber hinaus weiterzuführen, fassten die Ausschussmitglieder auf Vorschlag von Landrat Scherer einstimmig den Beschluss, die Kreis-Verwaltung zu beauftragen, schnellstmöglich eine Konzeption für die Fortführung des PNO auf der Basis des seit Juli 2015 geltenden Präventionsgesetzes zu entwickeln.  

Weitere Informationen im Internet auf der PNO-Webseite: www.pno-ortenau.de 

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